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Bewerbungsmarathon

Arbeitslos und Faulenzen sind keine Synonyme

Sich auf die faule Haut legen und von der Arbeitslosenversicherung leben? So einfach ist das nicht. Die aktive Stellensuche erst ermöglicht es dir, Arbeitslosenentschädigung zu beziehen. Dabei gilt es, eine ganze Reihe an Vorschriften zu befolgen.

Anmeldung nicht verpassen

Als Arbeitslos giltst du erst, wenn du dich als solches anmeldest und zwar am besten noch bevor du das Studium abgeschlossen hast. Dies geschieht je nach Kanton bei der Wohngemeinde oder bei der Regionalen Arbeitsvermittlungsstelle (RAV). Dazu solltest du deinen AHV-Ausweis, einen amtlichen personenausweis, die Wohnsitzbescheinigung, sowie - für ausländische  Staatsbürger - die Niederlassungsbewilligung oder den Ausländerausweis mitbringen. bei der Anmeldung wählst du dann eine zuständige Arbeitslosenkasse (ALK) aus, der du jeweils Ende Monat die "Kontrolldaten" und die "bescheinigung über Zwischenverdienst" zukommen lassen musst.

Mitwirkung ist das A und O

Hast du dich persönlich bei der zuständigen Stelle in deinem Kanton angemeldet, wirst du üblicherweise von deiner RAV zu einem Informationstag eingeladen, den du unbedingt persönlich besuchen musst. Danach vereinbart dein personalberater oder deine personalberaterin individuelle beratungs- und Kontrollgespräche mit dir, die du ebenfalls nicht verpassen darfst. Dorthin bringst du die bescheinigung über deine persönliche Ausbildung mit.

Weiter hast du eine Mitwirkungspflicht. Das heisst, dass du unter anderem alle Auskünfte, die von den zuständigen Stellen benötigt werden, erteilen musst, sowie Änderungen die im Zusammenhang mit deiner Arbeitslosenentschädigung (ALE) stehen, sofort melden musst. Das sind zum beispiel Erzielung eines Zwischenverdienstes, Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit, Krankheit oder unfall etc.

Die Schadensminderungspfl icht schreibt dir vor, dass du alles Zumutbare zur Vermeidung und zur Verkürzung deiner Arbeitslosigkeit unternehmen musst. bereits bevor du effektiv arbeitslos bist, musst du dich mit einer ordentlichen bewerbung (keine Spontanbewerbung) um eine Stelle bemühen. Deine monatliche Stellensuche musst du der RAV, die dir Vorgaben über Anzahl der bewerbungen macht, nachweisen können (z.b. mit bewerbungsbriefen). Weiter bist du dazu verpfl ichtet, eine "zumutbare" Stelle anzunehmen, sobald sich eine anbietet.

Zumutbar

Zumutbar sind im prinzip alle Stellen. Ausnahmen bilden solche, die:

  • den üblichen Arbeitsbedingungen nicht entsprechen
  • nicht angemessen auf deine Fähigkeiten und bisherigen Tätigkeiten Rücksicht nehmen
  • nicht deinen persönlichen Verhältnissen entsprechen (Alter, Gesundheit, Familie)
  • einen Arbeitsweg von täglich mehr als 4 Stunden erfordern
  • den Wiedereinstieg in den beruf erschweren, falls Aussicht darauf besteht 
  • dir einen Lohn einbringen, der geringer ist als 70% des versicherten Verdienstes (ausser im Zusammenhang mit Kompensationszahlungen im Rahmen eines Zwischenverdienstes)

Da du aufgrund der fehlenden beitragszeit (wenn du während insgesamt mehr als 12 Monaten wegen der Ausbildung nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen konntest) oder - bei Teilzeitarbeit - einen bescheidenen versicherten Verdienst aufweist, ist die Lohnsumme für eine Ablehnung der Stelle wohl kaum relevant. Du bist jung, hast womöglich keine Kinder und keinen konkreten beruf gelernt. Also bleibt einzig der zu lange Arbeitsweg, der ein Grund sein könnte, eine Stelle auszuschlagen.

 
 
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