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Das Arbeitszeugnis

Was muss es enthalten?

Für Laien sehen die meisten Arbeitszeugnisse auf den ersten blick gleich aus. primär wird von den Arbeitnehmern auf den Inhalt geschaut, dabei werden jedoch die formalen Aspekte und gesetzlich vorgeschriebenen punkte oft übersehen. Doch diese sind für die nächste bewerbung durchaus relevant.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Arbeitszeugnissen, welche sich in formalen Aspekten jeweils leicht voneinander unterscheiden:

1. Das qualifizierte Zeugnis

Das qualifi zierte Zeugnis, auch Vollzeugnis genannt, bezieht sich auf den OR Artikel 330a1. Darin wird erklärt, dass jeder Arbeitnehmer jederzeit vom Arbeitgeber ein Zeugnis verlangen kann, das nicht nur über die Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses Auskunft gibt, sondern auch über die Leistungen und das Verhalten des Arbeitnehmers.

Das Zeugnis sollte in einem ersten Abschnitt die personalien des Arbeitnehmers (vollständiger Name, Geburtsdatum, Heimatort beziehungsweise Staatsangehörigkeit bei ausländischen Arbeitnehmern), sowie das genaue Ein- und Austrittsdatum enthalten. In einem nächsten Schritt sollten die genaue berufsbezeichnung sowie der Aufgaben- und Tätigkeitsbereich definiert werden.

Danach kommt die Qualifi kation der Leistungen und des Verhaltens. Hier werden sowohl die Fachkompetenzen wie die Arbeitshaltung, das Auffassungsvermögen und Kommunikationsfähigkeiten, als auch die Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen beschrieben. Diese Qualifi kationen sollten das wirtschaftliche Fortkommen des Arbeitnehmers möglichst nicht behindern. Es besteht jedoch kein Anspruch auf ein gutes Zeugnis.

Des Weiteren muss auf Wunsch des Arbeitnehmers der Kündigungsgrund genannt werden. Zum Schluss des Zeugnisses sollten Datum der Ausstellung, sowie unterschrift des Arbeitgebersstehen.

2. Das Zwischenzeugnis

Der Arbeitnehmer hat jederzeit das Recht auf ein Zeugnis. Verlangt er dieses während seines Arbeitsverhältnisses, erhält er ein sogenanntes Zwischenzeugnis. Dieses ist sinnvoll bei Vorgesetztenwechsel, möglichem Stellenwechsel, sowie als schriftliche Zwischenqualifikation. Inhaltlich entspricht es dem qualifizierten Zeugnis, es fehlt jedoch das Austrittsdatum und es sollte deutlich erwähnt werden, dass das Arbeitsverhältnis ungekündigt ist.

3. Die Arbeitsbestätigung

Die Arbeitsbestätigung beschränkt sich auf die Dauer und die Art des Arbeitsverhältnisses, sagt jedoch nichts über die Leistung oder das Verhalten eines Mitarbeiters aus. Sie bezieht sich auf den OR Artikel 330a2. Idealer weise ist es unterteilt in personalien des Arbeitnehmers, Dauer des Arbeitsverhältnisses, exakte berufsbezeichnung, Ort, Datum und unterschrift. Wer eine Arbeitsbestätigung verlangt, behält weiterhin Anrecht auf ein qualifiziertes Zeugnis.

 
 
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