Ratschläge > Magazin 008

Wenn der erste Job zum Albtraum wird

Wie du aus negativen Erfahrungen lernen kannst

Ob es nun einen Nebenjob während des Studiums, ein Praktikum oder deine erste Stelle als Absolvent betrifft, eine schlechte Erfahrung im Beruf ist nie angenehem. Häufig geht dabei auch das Selbstvertrauen verloren. In diesem Falle ist es wichtig, dass du dir darüber klar wirst, was passiert ist, damit du nicht noch jahrelang an den Konsequenzen leidest. Hier einige Tipps, wie du wieder neuen Schwung in dein Berufsleben bringen kannst.

Das hast du gut gemacht

Die erste Etappe besteht nicht darin, alle Fehler deines Chefs und Ungerechtigkeiten, die dir widerfahren sind, aufzulisten. Es ist besser, wenn du dir Gedanken über dein Verhalten und die geleistete Arbeit machst. Vorzugsweise lässt du vorher eine Woche verstreichen, damit deine Gefühle dein Urteilsvermögen nicht zu sehr beeinträchtigen.

Wenn sich dein Gemüt etwas besänftigt hat, überlege dir, was du alles erreicht hast und schreibe es auf eine Liste. Damit diese Analyse komplett ist, sollten folgende Aspekte in Betracht gezogen werden: Die Beziehung zu den Vorgesetzten und den Kollegen, die geleistete Arbeit in Bezug auf die Forderungen sowie die Ideen und Projekte, zu denen du beigetragen und auf die Beine gestellt hast.

Wenn du mit einem Vorgesetzen oder einem Kollegen den Kontakt aufrecht erhalten hast, kannst du ihn in einem zweiten Schritt bitten, deine Liste mit seinen eigenen Eindrücken zu vervollständigen.

Das hättest du besser machen können

Wenn du die positiven Aspekte durchgegangen bist, ist es sinnvoll, eine selbstkritische Analyse vorzunehmen. Das Ziel sollte nicht sein, dich zu verurteilen, sondern herauszufinden, was du nicht optimal erledigt hast. Dabei kannst du dich auf die selben Punkte konzentrieren wie im vorherigen Schritt. Überlege dir bei jedem deiner Fehler, wie du hättest reagieren können, um ihn zu vermeiden oder zu beheben.

Wenn du zum Beispiel feststellst, dass du in deiner Arbeitsaufteilung schlecht organisiert bist, könntest du dir eine Agenda kaufen oder dir mehr Zeit beim Planen der Aufgaben nehmen. Diese Beobachtungen helfen dir, dich erfolgreich auf die berufliche Zukunft vorzubereiten. Auch hier kannst du einen ehemaligen Kollegen zu Rate ziehen, darauf bestehend, dass du für jede Bemerkung auch einen Vorschlag bekommst, wie du es in Zukunft besser machen könntest.

Das solltest du in Zukunft vermeiden

Nachdem du dir Zeit genommen hast, über dein Verhalten nachzudenken, kannst du eine Liste mit den Dingen erstellen, die während der leidigen Erfahrung nicht nach deinem Geschmack verliefen. Nochmal, es geht nicht darum, das Unternehmen oder die Mitarbeiter zu verurteilen, indem du dich nur auf die Missstände konzentrierst. Das Ziel ist, herauszufinden, was falsch gelaufen ist, damit es beim nächsten Mal nicht wieder passiert.

Denke dabei an die verschiedenen Phasen wie das Vorstellungsgespräch, die erste Arbeitswoche, die Probezeit und die folgenden Monate. Überlege dir, ob es grosse Änderungen gab, welche die Situation verschlechtert haben, wie zum Beispiel der Wechsel von Kollegen, die Veränderung deines Status innerhalb der Firma oder eine Umgestaltung deines Aufgabenbereichs. Frage dich, ob deine Aufgaben gut definiert waren, ob du die Möglichkeit hattest, Fragen zu stellen, zu kommunizieren oder deine Meinung beizusteuern. Damit diese Vorgehensweise Früchte trägt, solltest du dir überlegen, was du tun könntest, wenn du ein zweites Mal mit einer solchen Situation konfrontiert wirst.

Bei dieser Aufarbeitung werden sicherlich immer wieder schmerzhafte Erinnerungen in dir wach. Vergiss dabei nicht, dass es darum geht, vorwärts zu schauen. Indem du objektiv und konstruktiv Bilanz ziehst, behältst du dein Selbstvertrauen und kannst deine nächste Berufserfahrung gelassener angehen.

 
 
powered by [kesako]