Ratschläge > Magazin 008

Meine Damen und Herren, nehmen Sie mich

Oder: wie man sein Motivationsschreiben strukturiert

Nun ist sie da, die Stunde der Wahrheit - nach langem Suchen einer Kontaktperson für ein praktikum, oder gar dem Arbeitsplatz deiner Träume -, denn nun musst du ein Motivationsschreiben verfassen. Für dich keine erfreuliche Nachricht: das blatt ist leer, du fühlst dich leer, dir fehlt die Inspiration. Oder aber: Du hast zu viele Ideen und weisst nicht, wie sie zu gliedern sind... Deshalb hier einige Ratschläge, die dir helfen werden, diesen Sesam zur Arbeitswelt zu öffnen, was du dir so sehnlich wünschst.

Der prolog

Erstens: Deine Motivationsgründe müssen gegliedert sein. Deshalb nochmals zur Erinnerung, bevor du zur Feder greifst:

Die Anredeformen: "Sehr geehrte Damen und Herren", ausser, du weisst welcher person du schreibst. In diesem Fall: "Sehr geehrte(r) Frau/Herr X". Gib dann in einer Zeile an, weshalb du dich an genau diese person oder dieses unternehmen wendest. Z.b.: "Ich erlaube es mir, Sie bezüglich ... anzuschreiben, ... nachdem ich Ihre Stellenanzeige gelesen habe, ... wie mit Herrn/Frau Y vereinbart, ..." etc. So kann der Empfänger rasch den Grund für die Einsendung erkennen - sie kommt ihm somit nicht aus heiterem Himmel zugefl ogen.

Die drei pfeiler

Danach kommen die Ausführungen. Denk daran, dass dazu immer drei blöcke gehören: Ich, Sie und wir, damit wir - hoffentlich - erfolgreich sind. Und vor allem sollte man sich kurz fassen: Das Motivationsschreiben sollte nicht länger als anderthalb Seiten sein und aus knappen Sätzen bestehen.

ICH: Stelle dich vor und achte dabei besonders auf die Wahl der Adjektive und darauf, dass die aufgeführten Erfahrungen in bezug mit der angestrebten Stelle gebracht werden können. Jede frühere Arbeit, die du erwähnst, eröffnet die Möglichkeit, ein paar Eigenschaften hervorzuheben, die bei der Stelle gefragt werden. Sei kreativ: Du hast für eine Studentenvereinigung gearbeitet? - Dann bist du teamfähig, flexibel, und offen für Neues. Helfer bei einem Festival? - Stresstauglich und spontan... Alles kann zur Eigenwerbung dienen, aber nicht einfach irgendwie. Man muss seine Worte schon sorgfältig wählen und zu den Eigenschaften jeweils ein konkretes und überzeugendes beispiel nennen.

SIE: Hier geht es darum zu zeigen, weshalb du genau dieses unternehmen gewählt hast. Es versteht sich von selbst, dass es ausser Frage steht, etwas zu schreiben wie: "Ich schreibe Ihnen, weil sie eine Stelle ausgeschrieben haben."

Informiere dich über das unternehmen. Was gefällt dir daran? und vor allem, wieso passt gerade du da hinein? Wo siehst du Herausforderungen und perspektiven? Aber Vorsicht: Der Lohn ist absolut tabu, darüber wird erst nach einem bewerbungsgespräch diskutiert.

Und zum Schluss WIR: Was können wir zusammen bewerkstelligen? Schreib also etwas über das, was du künftig zur Zusammenarbeit innerhalb des Teams beisteuern kannst. Etwas, das du besonders gut kannst. Es sollte eben dieses gewisse Etwas sein, das oft den Ausschlag gibt.

Die Schlussetappe

Nun noch ein letzter, nicht ganz unwesentlicher punkt: die Grussformel. Übertreibe es nicht mit der Hochachtung. Halte dich an die gängigen, kurzen Formulierungen in deutschen briefen wie: "Mit freundlichem Gruss/freundlichen Grüssen", etc. und schon hast du's.

Nun aber, greif zum Stift und... möge das Schreibgeschick mit dir sein!

 
 
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